Auch wenn man ihm oben ohne fahren kann – wirklich sexy ist das neue VW Golf Cabriolet nicht.
Anschauen
Nein, schlecht sieht der offene VW Golf nicht aus. Speziell wenn das Dach im Kofferraum verschwunden ist, macht das Cabrio eine gute Figur. Ohne Überrollbügel, ohne Firlefanz, dafür etwas länger, niedriger und mit einer flacheren Windschutzscheibe als der geschlossene Bruder. Aber eben, er ist halt ein typischer Golf.
Reinsitzen
Das Interieur stammt 1:1 aus dem normalen Golf. Die hochwertigen Materialien sind perfekt verarbeitet. Die Platzverhältnisse vorn sind beinahe identisch. Hinten ist naturgemäss wenig Platz. Trotzdem können – und das ist bemerkenswert – auf kürzeren Strecken auch zwei Erwachsene bequem sitzen. Und dank einer ausgeklügelten Verdeck-Kinematik fasst der Kofferraum geräumige 250 Liter – ob mit geschlossenem oder offenem Dach.
Fahren
Die Verwindungssteifigkeit ist ebenfalls erstaunlich. Die Karosserie bleibt stehts ruhig. Unter dem mehrlagigen Stoffverdeck sind die Wind- und Umgebungsgeräusche kaum lauter als im gewöhnlichen Golf. Per Knopfdruck sitzt man in neun Sekunden unter freiem Himmel. Im Vergleich zu den Coupé-Cabrios mit ihren konstruktionsbedingt weit nach hinten gezogenen Windschutzscheiben hat man im Golf tatsächlich das Gefühl im Freien zu sitzen. Auch das Cabrio fährt sich wie ein echter Golf - von der Lenkung über die Schaltung bis zur Federung gibts nichts zu meckern. Komfortabel auf schlechter Strasse, stoisch beim Geradeauslauf und sehr präzise in Kurven überzeugt das Cabrio in allen Lagen. Nur allzu sportlich ist es nicht. Das liegt vor allem am aus den Karosserieversteifungen resultierenden Mehr-Gewicht von fast 200 kg. Daran kann auch der mit 160 PS eigentlich kräftige Vierzylinder-Turbo-Benziner nichts ändern. Für den Paradesprint aus dem Stand auf Tempo 100 vergehen beinahe 8,5 Sekunden. Den Werkverbrauch von 6,4 Litern haben wir nicht ganz erreicht. Bei uns waren es etwas über sieben Liter.
Kaufen
Mit einem Basispreis von knapp 40'000 Franken ist der VW Golf Cabriolet 1.4 TSI nicht gerade ein Schnäppchen. Doch seit vergangener Woche gewährt VW-Importeur Amag wegen des starken Frankens auf alle neuen Modelle einen Euro-Bonus. Für das Golf Cabrio gibt’s es satte 7450 Franken Abzug. Auch mit zahlreichen Extras kostet unser Testwagen so nur noch 32'250 Franken. Der Haken: das Angebot läuft Ende September aus. Ob es fortgesetzt wird ist fraglich. Mit einem Mindestwechselkurs von Fr. 1.20 ist der Euro im Vergleich zum Franken fast wieder gleich stark wir Anfang 2011.
Fazit
Unspektakulär aber beinahe perfekt. Das neue VW Golf Cabrio wird viele Fans finden – speziell bis Ende September. Denn dank dem Euro-Bonus gibt’s sehr viel Cabriolet fürs Geld.
| Marke | VW |
|---|---|
| Modell | Golf Cabrio 1.4 TSI |
| Motor | 1.4-Liter-Benziner 4-Zylinder |
| PS/KW | 160 PS/118 kW |
| Drehmoment | 240 Nm bei 1500 Touren |
| Fahrleistungen | Spitze 216 km/h 0 bis 100 km/h 8.4 s. |
| Antrieb | Vorderradantrieb |
| Getriebe | 6-Gang-Handschaltung |
| Verbrauch | Werk 6.4 l/100km Test 7.2 l/100 km |
| CO2-Ausstoss | 150 g/km |
| Energieeffizienz | B |
| Masse | LxBxH 4.25x1.78x1.42 m |
| Kofferraum | 250 Liter |
| Gewicht | 1410 kg |
| Basispreis | 39'800 Franken |
| Testwagenpreis | 32'250 Franken |
Der grösste Makel ist die Testerin und Miss Schhweiz Kandidatin, deren Wortschatz zum Beschrieb von Technologien und Gefühlen sich auf die Worte "mega, cool, super, cruisen, shoppen und old school" beschränkt, ca. 25x in einem so kurzen Abspann. Das ist sehr informativ! Ich denke, mein verstorbener Grossvater, der ein beigeisterter Cabrio-Fahrer war, hätte von diesem Kauderwelsch nichts verstanden.