Das Handicap von E-Mobilen: die Batterien machen schnell schlapp. Opel verpasst seinem Elektroauto nun ein Potenzmittel – einen Benzinmotor als Range Extender. Damit soll der Ampera 500 km weit kommen.
Anschauen
Flache Front, geschwungenes Dach, hohes Heck: Der Opel Ampera ist eine schnittig geformte Limousine. Von vorne fallen die boomerangförmigen Scheinwerfer-Elemente auf, von hinten sticht die einem Diffusor nachgeahmte Aussparung am Stossfänger ins Auge. Wer genau hinschaut sieht die zwei Tankdeckel für die beiden verschiedenen Tanks – vorne verbirgt sich die Steckdose für die Akkus, hinten die Füllöffnung für den Benzintank.
Reinsitzen
Weniger gelungen wirkt das Interieur. Zwar sind die beiden grossen Digitalanzeigen – eine hinter dem Lenkrad für aktuelle Fahrdaten wie Tempo oder Reichweite, eine zentral auf dem Armaturenbrett mit Energiefluss- oder Ladestandanzeige – toll anzuschauen. Doch die Materialien sind nicht sehr hochwertig und die sogenannten Touch-Knöpfe nerven, weil man immer mehrmals draufdrücken muss, damit was passiert. Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist grosszügig, die Sitze sind bequem. Auf den beiden Rücksitzen im Fond wird’s für Grossgewachsene um Kopf und Beine etwas eng. Da das Ladekabel im Kofferraum verstaut ist, fasst das Abteil nur gerade 310 Liter. Wer mehr braucht, kann jedoch die Sitzlehnen abklappen, dann passen gut 1000 Liter rein.
Fahren
Herzstück des Opel Ampera ist sein Antrieb bestehend aus einem grossen Haupt-Elektromotor mit 150 PS Leistung, einem kleinen E-Aggregat, der auch als Generator dient, einem Planetengetriebe und einem 1,4-Liter Benziner mit 84 PS als Range-Extender (Reichweitenverlängerer). So funktionierts: Nachdem man den Wagen an der Steckdose aufgeladen hat – das dauert an einer Schnellladestation weniger als vier Stunden, an einer normalen Steckdose allerdings zwischen acht und zehn Stunden - fährt er zwischen 40 und 80 Kilometer weit rein elektrisch - theoretisch. Wer den flotten Antritt des 370 Nm starken Elektromotors öfters auskostet wird lautlos gleitend nicht ganz so weit kommen. Wir haben bei relativ kalten Temperaturen und entsprechend eingeschalteter Heizung knapp 40 km geschafft. Der Clou des Ampera: Er muss nicht wie ein gewöhnliches Elektromobil geladen werden. Wenn die Batterieladung unter 20 Prozent gefallen ist, schaltet sich der Benzinmotor zu. Dieser versorgt den Generator mit Strom, der wiederum über ein Planetengetriebe die Räder antreibt. So beträgt die Gesamtreichweite bis zu 500 km. Da der Range Extender nicht direkt mit dem Antrieb verbunden ist, kommt ein sonderbares Fahrgefühl auf. Die Drehzahl hängt nicht von der Geschwindigkeit ab sondern von der geforderten Last. Bergauf heult der Vierzylinder so schon mal ungewöhnlich auf. Der Ampera lässt sich in den vier Modi „Normal“, „Halten“, „Gebirge“ und „Sport“ fahren. Im „Gebirge“-Modus zum Beispiel wird die Batterie auf Vorrat geladen, damit der Range Extender nicht auf dem maximalen Drehzahlniveau arbeiten muss und somit viel verbraucht. Der „Halten“ Modus hat einen ähnlichen Zweck. Der Benziner schaltet sich ab und zu ein, damit der Akkustand auf einem ausreichenden Niveau bleibt, um am Ende der Fahrt lautlos ohne zugeschalteten Verbrennungsmotor in die Stadt rollen zu können.
Kaufen
Die Hightech des Opel Ampera hat ihren Preis: Die Elektro-Limousine kostet mindestens 50'900 Franken. Doch die Ausstattung ist reichhaltig und Opel bietet 8 Jahre oder 160'000 km Garantie auf den Antrieb.
Fazit
Der Opel Ampera ist das perfekte Stadtauto, weil er auf Kurzstrecken rein elektrisch umgerechnet nur etwa 1,5 Liter Sprit auf 100 km verbraucht. Wenn der Reichweitenverlängerer mithelfen muss, sind es je nach Strecke und Distanz zwischen drei und sieben Liter.
| Marke | Opel |
|---|---|
| Modell | Ampera |
| Motor | Elektromotor |
| PS/KW | 150 PS/ 110 kW |
| Drehmoment | 370 Nm bei 4750 Touren |
| Fahrleistungen | 0 bis 100 km/h in ca. 9 Sek. Spitze 161 km/h |
| Antrieb | Vorderradantrieb |
| Getriebe | 1-Gang-Automatik |
| Verbrauch | 1.5 l/100 km - wenn 80 km rein elektrisch |
| CO2-Ausstoss | ca. 40 g/km - wenn 80 km rein elektrisch |
| Energieeffizienz | A |
| Masse | LxBxH 4.50x1.79x1.44 m |
| Kofferraum | 310 bis 1000 Liter |
| Gewicht | 1732 kg |
| Basispreis | 50'900 Franken |
| Testwagenpreis | 55'450 Franken |
Ich bin Heute den Ampéra gefahren, von einem aufheulenden Motor keine Rede! Es ist wie ein gleiten auf Wolken. Als Alternative bin ich noch den Toyota Prius gefahren, da hat man das gefühl man fahre mit einem normalen Auto, der Benziner läuft fast immer mit ist sehr gut zu hören.