5 Plätze, grosser Kofferraum und 5 Sterne im Crashtest – der Nissan Leaf ist ein vollwertiges Auto. Doch wie alltagstauglich ist sein Elektromotor?
Anschauen
Man sieht dem Nissan Leaf an, dass er nicht wie allen anderen Autos ist. Zwar zieren ihn Designelemente von anderen Nissan-Modellen, doch die futuristische Grundform mit der rundlichen Front, dem eiförmigen Dach und dem geschwungenen Heck machen den Leaf unverkennbar.
Reinsitzen
Modern auch das Interieur. Die Bedienelemente und Anzeigen sind konsequent digital. Statt Zeiger dominieren Zahlen und Balken. Manchem mag die Info-Flut etwas zu bunt daherkommen, aber sie ist übersichtlich aufbereitet. Es besteht nie ein Zweifel daran, wie viel Saft noch im Akku steckt, wie weit er noch reicht – und wo man nachladen kann, wenn’s knapp wird. Denn das Navi informiert nicht nur über den Weg, sondern auch über den Standort von Ladestationen. Das Platzangebot ist üppig. Auf allen Sitzen reisen auch Grossgewachsene komfortabel. Im Fond muss man die Beine aber relativ stark anwinkeln. Grund: Die Akkus stecken im Unterboden. Der Kofferraum fasst grosszügige 330 bis 680 Liter.
Fahren
Erfreulich auch das Fahrverhalten. Die 280 Nm Drehmoment, die der 109 PS starke Elektromotor bereitstellt, stehen sofort und jederzeit an und lassen den Nissan Leaf vehement abzischen. Mühe- und lautlos wuselt der Wagen durch die City. Jedenfalls, solange nicht der Eco-Modus zugeschaltet ist, der – als Preis für etwa 20 km Mehr-Reichweite – den Vortrieb deutlich bremst. Passanten werden mit einem Warnton (bis Tempo 30) vom Leisetreter gewarnt. Bei höherem Tempo lassen Reifen- und Windgeräusche den Unterschied zu Kraftstoff-Autos verschwinden. Auch auf der Autobahn oder in Steigungen zieht der Nissan Leaf gut. Der Haken: Flottes Fahren lässt die Reichweite wie Eis in der Sahara schmelzen. Ein sanfter Gasfuss ist also gefragt. Doch auch mit einem mehr oder weniger zurückhaltenden Fahrstil erreichten wir auf unserer Testfahrt die angegebene Reichweite von 175 km bei weitem nicht. Nach etwas über 90 Kilometern zeigte die Batteriestandsanzeige nur noch gut 30 km an – Zeit um den Leaf an die Steckdose zu hängen.
Kaufen
Mit gut 50'000 Franken Basispreis ist der Nissan Leaf kein billiges Vergnügen. Gut, ausstattungsmässig ist fast alles im Preis inbegriffen, die Liste der Extras beschränkt sich auf Metallic-Lackierung und Solarpane für zusätzlichen Saftl. Und der Nissan Leaf ist ein vollwertiges Auto, nicht wie seine Cityflitzer-Konkurrenten von Mitsubishi, Citroën und Peugeot, die nicht viel weniger kosten. Wenn man bedenkt, dass man einen sparsamen VW Golf TSI schon für die Hälfte kriegt, ist das aber sehr viel Geld.
Fazit
Für ein Elektroauto bietet der Nissan Leaf viel. Doch die Angst, dass der Strom ausgeht, fährt immer mit. Die Elektroautos mit einem Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer – Opel Ampera und Chevy Volt – sind (noch) die bessere Lösung.
| Marke | Nissan |
|---|---|
| Modell | Leaf |
| Motor | Elektromotor |
| PS/KW | 109 PS/80 kW |
| Drehmoment | 280 Nm bei 0 Touren |
| Fahrleistungen | 0 bis 100 km/h in 11.9 Sek. Spitze 145 km/h |
| Antrieb | Vorderradantrieb |
| Getriebe | Eingang-Automatik |
| Verbrauch | |
| CO2-Ausstoss | 0 g/km |
| Energieeffizienz | A |
| Masse | LxBxH 4.45x1.77x1.55 m |
| Kofferraum | 330 bis 680 Liter |
| Gewicht | 1565 kg |
| Basispreis | 49'950 Franken |
| Testwagenpreis | 51'065 Franken |
Leider wird die Lebensdauer der Accus oder Batterien bei Elektrofahrzeugen wie reine E-Autos, Hybridautos, Elektro-Zweiräder aller Art etc. nicht in die Fahrt- und Unterhaltskosten miteinbezogen. Wenn man ein Fahrzeug 10-12 Jahre behalten will, kann das schön "ins Geld gehen". Der ca.Preis eines Ersatz-Accus nach x Jahren sollte bei den Tests angegeben werden.