Fiat Freemont: Ein Italo aus Amerika

Der Fiat Freemont ist eigentlich ein Dodge Journey, nur viel europäischer. Oder?

Anschauen
Auch der Fiat Freemont ist natürlich ein wuchtiger Viertürer. Die kantige, knapp 4.90 m lange Karosserie bleibt im Grossen und Ganzen die Gleiche. Fiat hat allerdings Feintuning betrieben und Front- sowie Heckpartie aufgefrischt.

Reinsitzen
Auch der Innenraum ist überarbeitet worden. Andere, feinere Materialien und das allgegenwärtige Fiat-Logo machen den Unterschied. Wie der Journey punktet der Freemont mit seinem riesigen, variablen Innenraum. Seine sieben Sitze lassen sich in 32 verschiedenen Konfigurationen aufstellen. Vom Personentransporter mit 136 Liter Kofferraum bis zum Lieferwagen mit 1461 Liter Stauraum – der Fiat erfüllt sämtliche Ansprüche. Zusätzlich gibt’s im Unterboden und den Sitzen Staufächer für kleinere Dinge. In Reihe 1 und 2 ist der Sitzkomfort gut, in der 3. Reihe sitzen, wie bei anderen Siebensitzern auch, nur Kinder bequem. Dafür ist der Einstieg ohne grosse Verrenkungen möglich. Denn die mittlere Sitzbank lässt sich dank eines Kniffs – die Sitzflächen stellen sich automatisch auf – sehr weit nach vorne schieben. Armaturen und Anzeigen stammen vom Dodge und haben die gleichen Schwächen. Vor allem der zentrale Display nervt: Es sind zwar allen nötigen Informationen aufgeführt, doch der Bildschirm ist so klein, dass man sie nur schlecht ablesen kann. Das ist auch der Grund, warum Fiat kein integriertes Navigationssystem anbietet, sondern ein tragbares Tomtom – das kostet dafür nur 459 Franken.

Fahren
Der Motor ist von Fiat – ein 2-Liter-Commonrail-Diesel mit kräftigen 170 PS. Der Vierzylinder läuft recht ruhig und hat mit dem satten Gewicht des Freemont – 1,9-Tonnen – keine Mühe. Für den Sprint von 0 auf Tempo 100 vergehen 11 Sekunden. Als Verbrauch gibt Fiat 6,4 Liter an, auf unserer Testfahrt waren es etwas mehr, nämlich 7,5 Liter. Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt – wie es sich für einen Familienwagen geziemt. Auf kurvigen Streckenabschnitten fühlt sich der US-Italo aber etwas sehr schwammig an. Fiat beteuert zwar, das Fahrwerk europäisch straffer abgestimmt zu haben, doch offenbar ist es ihnen nicht ganz gelungen.

Kaufen
Ab 41'150 Franken kostet der Fiat Freemont mit 170 PS. Das wenig Geld für so viel Auto. Ausstattungsmässig ist eigentlich auch schon das wichtigste dabei. Vor allem in der von uns getesteten Urban-Variante für 42'650 Franken. Z. B. ESP, Hillholder, Drei-Zonen-Klimaanlage, Soundanlage mit Bluetooth-Funktion, etc. Unser Testwagen kostet 45'560 Franken, zusätzlich dabei: Metallic-Lack, 19-Zoll-Räder. Elektrisches Glasschiebedach.

Fazit
Im Fiat Freemont steckt immer noch sehr viel Dodge Journey. Viel europäischer ist er also nicht. Doch er ist – wie es der Dodge war – eine attraktive Alternative für die preisbewusste Familie.
 

Durchschnitt: 4.2 (13 Bewertungen)

Tech. Daten

Marke Fiat
Modell Freemont
Motor 2.0-Liter-Turbodiesel
4-Zylinder
PS/KW 170 PS/125 kW
Drehmoment 350 Nm bei 1750 Touren
Fahrleistungen Spitze 195 km/h
0 bis 100 km/h in 11.0 s.
Antrieb Vorderradantrieb
Getriebe 6-Gang-Handschaltung
Verbrauch Test 7.5 l/100 km
Werk 6.4 l/100 km
CO2-Ausstoss 169 g/km
Energieeffizienz B
Masse LxBxH 4.89x1.89x1.69 m
Kofferraum 136 bis 1461 Liter
Gewicht 1900 kg
Basispreis 41'150 Franken
Testwagenpreis 45'650 Franken

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