Schweizer Sportwagenfans haben lange auf diesen Moment gewartet – vier Jahre nach seiner Premiere kann man den Artega GT jetzt auch bei uns kaufen.
Anschauen
Die Optik des Sportwagens, der in Delbrück (D) nur gut 300 Mal im Jahr gebaut wird, ist atemberaubend. Die Front ähnelt jener des Super-Porsches Carrera GT. Die Blechhaut spannt sich straff über das nur 1.18 m hohe Chassis, das Heck ist schon fast unanständig breit. Verantwortlich fürs Design ist übrigens Henrik Fisker - seines Zeichens Gestalter von Aston Martin DB9 und BMW Z8.
Reinsitzen
Im Vergleich zum auffälligen Äusseren ist das Interieur nüchtern sachlich. Eigentlich recht hübsch, wenn die Bedienung nicht so nerven würde. Die Funktionsweise des Multimedia-Displays erschliesst sich einem auch nach mehrmaligen Versuchen nicht. Die Tacho-/Drehzahlmesser-Einheit demonstriert Kreativität, ist allerdings ebenso wie das im Rückspiegel platzierte Navi fast nicht ablesbar. Und weil der Rückspiegel wegen des integrierten Navigationssystems sehr gross ist, behindert er die Sicht nach vorne. Tadellos hingegen die Schalensitze, sie sind bequem und bieten besten Seitenhalt. Einen Kofferraum gibt es nur vorne, er ist zwar klein, doch es wird serienmässig ein massgeschneidertes Kofferset mitgeliefert. Für das verlängerte Wochenende zu zweit reicht der Platz.
Fahren
Der Artega fährt sich wie ein Kart: Ein äusserst präzises Einlenkverhalten lässt den Mittelmotorsportler extrem agil durch die Kurven wedeln. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, so liegt der Artega sehr satt auf der Strasse. Der Motor des Sportwagens stammt von VW. Der 300 PS starke 3,6-Liter-V6 kam auch im Passat R36 zum Einsatz. Für den Paradesprint auf Tempo 100 vergehen weniger als fünf Sekunden. 5000 Touren geht ihm ein wenig der Atem aus – der Biss, den etwa ein Boxermotor von Porsche in hohen Regionen noch einmal liefert, fehlt dem VW-Aggregt.
Kaufen
Exklusivität hat ihren Preis: So muss man für den Artega GT mindestens 120'000 Franken auf den Tisch legen. Für unseren Testwagen, der zusätzlich mit Sportfahrwerk, 19-Zollfelgen, Karbonmotorhaube, usw. ausgestattet ist, werden sogar über 140'000 Franken fällig.
Fazit
Hat sich das Warten gelohnt? Für Sportfahrer mit dickem Portemonnaie, die einen Sportwagen bevorzugen, den man nur sehr selten auf der Strasse sieht, die pures Fahrvergnügen suchen und die sich einen Teufel um Bedienerfreundlichkeit scheren – ja. Die anderen kaufen sich besser einen Porsche 911 – für 140'000 Franken gibts auch einen Carrera 4.
| Marke | Artega |
|---|---|
| Modell | GT |
| Motor | 3.0-Liter-Benziner V6-Zylinder |
| PS/KW | 300 PS/220 kW |
| Drehmoment | 350 Nm bei 2400 Touren |
| Fahrleistungen | 0 bis 100 km/h in 4.8 Sek. Spitze 270 km/h |
| Antrieb | Hinterradantrieb |
| Getriebe | 7-Gang-DSG |
| Verbrauch | Test 11.5 l/100 km Werk 9.2 l/100 km |
| CO2-Ausstoss | 220 g/km |
| Energieeffizienz | G |
| Masse | LxBxH 4.01x1.88x1.18 m |
| Kofferraum | 300 Liter |
| Gewicht | 1285 kg |
| Basispreis | 119'800 Franken |
| Testwagenpreis | 141'610 Franken |
Kommentar hinzufügen